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Altersabhängiger Testosteronmangel beim Mann

Bei Frauen wird das Ende des reproduktiven Lebensabschnittes abrupt durch das Aussetzen der Regelblutung eingeleitet. Oft einhergehend mit hormonellen und physischen Beschwerden. Männer können auch bis in das hohe Alter zeugungsfähig bleiben. Die Testosteronsynthese im Hoden sinkt dennoch mit steigendem Alter sukzessive ab. Das Serumtestosteron verringert sich ab dem 50. Lebensjahr um jährlich 1 Prozent. Parallel dazu steigt das Sexualhormon-bindende Globulin (SHBG) etwa gleich stark an.

In unserer Praxis wird schon seit Jahren eine andrologische Diagnostik angeboten. Dazu gehört auch die Bestimmung von DHEAS und SHBG. Zur rechtzeitigen Erkennung des Altershypogonadismus. Ein Syndrom welches charakterisiert ist durch eine verminderte Libido und nachlassende Qualität und Frequenz der Erektion. Auch der nächtlichen Erektionen. Stimmungsschwankungen mit gleichzeitigem Abfall der intellektuellen Aktivität, der kognitiven Funktionen, der räumlichen Orientierung sowie Erschöpfung, depressiver Verstimmung und Irretabilität, Schlafstörungen, Abnahme der fettfreien Körpermasse, Schwund der Muskulatur und der Muskelkraft. Zunahme des viszeralen Fetts, Abnahme der Körperbehaarung und Veränderungen der Haut, verminderte Knochendichte, die zu Osteopenie, Osteoporose und erhöhtem Frakturrisiko führt.

Ein Testosteron-Mangel-Syndrom weisen im 50. bis 60. Lebensjahr etwas 20 bis 30 % aller ansonsten gesunden Männer auf. Die Prävalenz steigt bei multimorbiden Männern über 50 Jahre auf 50 bis 60 Prozent. Ursache des Altershypogonadismus ist eine verminderte Sekretion von GnRH (Gonadotropin-freisetzendes Hormon) aus dem Hypothalamus. Verbunden mit einer reduzierten Testosteronproduktion der Hoden. Also eine Kombination aus die Hoden betreffenden primären und einem sekundären Hypogonadismus. Labortechnisch erniedrigte Testosteronwerte bei normalen LH- und FSH-Werten.

Bei Männern mit einem Bauchumfang von mehr als 102 cm sollte immer an einen Testosteronmangel gedacht werden. Niedrige Testosteronwerte gehen oft mit einem metabolischen Syndrom einher und einem Typ-2-Diabetes voraus. Der Mangel an Testosteron kann ein Warnzeichen sein, für ernstzunehmende Erkrankungen wie koronare Herzkrankheit, Fettstoffwechselstörungen und Diab. mellitus sein.

Die Diagnostik umfasst eine ausführliche Anamnese, körperliche Untersuchung und umfassende Laboruntersuchungen. Die Bestimmung des Testosterons sollte zwischen 7.00 und 11.00 Uhr morgens erfolgen. Natürlich sollten die Werte kontrolliert werden. Bestimmt werden LH, FSH, DHEAS, SHBG, Prolaktin, Testosteron und Östradiol. DHEAS zur etwaigen Diagnostik einer Nebenniereninsuffizienz. Bei einem erhöhten Prolaktin Wert muss eine MRT des Schädels zum Ausschluss eines Prolaktinoms durchgeführt werden. Bei Knochenschmerzen sollte eine Dichtemessung der Knochen erfolgen.

Unerlässlich ist immer die Früherkennung und Diagnostik eines Prostatakarzinoms, also Bestimmung der PSA Werte und transrektaler Prostatasonografie mit Erhebung des transrektalen Tastbefundes. Eine Therapie erfolgt wenn eine klinische Symptomatik vorliegt. Nach Ausschluss von Kontraindikationen, wie Prostata CA. Ein hohes Alter ist kein limitierender Faktor für eine Therapie. Die Therapieüberwachung besteht aus der Kontrolle der Riskofaktoren wie atherogene Lipidfraktion, Hyperglykämie, Insulinresistenz und arteriellem Hypertonus. Gemessen wird in Abständen von 3 Monaten das Gesamttestosteron, die PSA Werte (auch freies PSA und Quotient), transrektale Prostatasonografie, rektale Palpation der Prostata (DRU), Bestimmung des Blutbildes.

Die intramuskulär applizierte Form eines Testosterondepotpräparates führt u.U. zu schwankenden Spiegeln. Testosteron-Undenacoat-Depot führt nach einer Aufsättigungsphase (zwei Spritzen im Abstand von 6 Wochen) nur etwa alle drei Monate verabreicht. Damit werden stabilere Testosteronspiegel erreicht. Transdermale Präparate haben den Vorteil, das bei täglicher Applikation sehr gleichmässige Spiegel erreicht werden. Die Dosisanpassung erfolgt nach klinischen Parametern und Hormonkontrollen.

Ohne einen gesunden Hormonhaushalt werden auch Männer nicht gesund alt. Neue Untersuchung zeigen alt Bekanntes. Ursache der schlechteren Eiweißverwertung der Muskulatur im Alter kann ein Hormonmangel sein.









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