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Ejaculatio praecox

Der Begriff ist gekennzeichnet durch den Verlust einer willentlichen Ejakulationskontrolle. Die genaue Ätiologie ist nach wie vor ungeklärt. Deshalb gibt es bisher keine kausale Therapie. Diskutiert wird die Rolle von Serotonin im Ejakulationsprozess. Therapeutisch Anwendung finden Psychopharmaka und Phosphodiesterase-5-Hemmer. Neben einer psychogenen Komponente existiert wahrscheinlich auch eine neurophysiologische Grundlage. Hier soll das Serotonin u.U. eine Rolle spielen. Die Interventionen sollen einen positiven Einfluss auf das Sexualleben des Patienten erzielen.

Bei der Ejaculatio praecox handelt es sich um das häufigste sexuelle Funktionsproblem des Mannes. In der Literatur wird nach wie vor der vorzeitige Samenerguss als vorwiegend psychoreaktives Problem angesehen. Bisher fand die neurologische Komponente nur wenig Berücksichtigung.

Definition



Ätiologie/ Risikofaktoren
Psychogene und organische Komponenten. Unklar ist ob Angststörungen Folge oder Ursache einer EP sind. Die Angst vor dem vorzeitigen Orgasmus kann des sexuelle Erleben eines Paares einschränken. Risikofaktoren: Sexuelle Unerfahrenheit, wenig sexuelle Aktivität, Ängstlichkeit. Als organische Risikofaktoren gelten: Harnwegsinfekte, Diabetes mellitus, Nebenwirkungen von Medikamenten wie Opiate, Sympathomimetika. Erektile Dysfunktion.

Die sexuelle Aktivität wird neben anderen Hormonen auch von Neurotransmittern bestimmt. Ein erhöhter Serotonin Spiegel im Gehirn von Menschen heben die Schwelle zur Ejakulation an, wie auch Versuche mit Ratten gezeigt haben. Die Hemmfunktion serotonerger Neurone der medialer Raphe-Kerne ist wahrscheinlich verantwortlich für die Refraktärzeit zwischen den Ejakulationen. Die nicht selektive Aktivierung der Serotonin-Rezeptoren führt zu einer dosisabhängigen Verlängerung der Ejakulationslatenzzeit bis hin zur Anejakulation.

Nur ein kleiner Teil Männer stellt sich wegen der Diagnose EJ in einer Praxis vor und offenbart sich einem Arzt, obwohl die meisten Männer einer Umfrage nach, ein vertrauensvolles Gespräch mit einem Arzt begrüßen würden. Die meisten Männer trauen sich nicht, ein Gespräch bzgl. dieser Diagnose selbstständig zu beginnen. Von besonderer Bedeutung ist eine ausführliche Sexualanamnese, die Fragen nach sexueller Erfahrung, der sexuellen Entwicklung, dem Ablauf der sexuellen Reaktion und von Vermeidungsstrategien. Die Angst vor dem vorzeitigen Orgasmus schränkt das sexuelle Erleben ein und sollte eruiert werden. So wird u.U. die Erhebung der Anamnese schon zu einem Teil der Therapie, nämlich das Gespräch zwischen dem Arzt und dem Patienten.

Therapie
Bei der Stopp-und-Start-Methode soll gelernt werden, die Erregung besser wahrzunehmen. Der Mann stoppt die Masturbation kurz vor der kritischen Schwelle. Dann abwarten bis Erregung auf dem Tiefpunkt, anschließend wieder Erregung provozieren. Medikamentös werden neben Lokalanästhetika, Psychopharmaka wie Clomipramin und Serotonin-Wiederaufhemmer (SSR) als auch PDE-5-Inhibitoren verabreicht.

Die Lokalanästhetika werden auf die Glans Penis aufgetragen. Psychopharmaka wie Dapoxetin sollten nicht ohne ärztliche Kontrolle eingenommen werden.

Studien mit PDE-5-Inhibitoren werden seit 2001 durchgeführt. Effektivität und Vergleichbarkeit sind umstritten. Die Anwendung soll zu einer Verlängerung der Möglichkeit des GV führen (Wiederholung GV und ggf. Ejakulation). Das wiederum kann schon zu einem neurophysiologischen Trainingseffekt führen. Außerdem wird die Partnerin nicht mit einem zu kurzen GV allein gelassen.

Zu der Erkrankung wie zu ihrer Therapie gibt es keine zuverlässigen Studien. Das gilt auch für die Circumzision. Die Beschneidung der Vorhaut. Durch diese OP kann der taktile Reiz der Glans penis auf Dauer herabgesetzt werden, was die Auslösung der Ejakulation verzögern kann.