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ZEIT für den CHECK UP, die FRÜHERKENNUNG

Frauen gehen häufiger zum Arzt als Männer. Auch zum Check up und zur Vorsorge. Wenn es um das Wohlergehen von Körper und Psyche geht verhalten sich Männer häufig anders als Frauen. Männer sterben häufiger an Aids, Unfällen und Selbstmorden. Sie werden häufiger Opfer von Herz-Kreislauferkrankungen, Krebserkrankungen, wie z.B. Lungen- oder Speiseröhrenkarzinomen und der Leberzirrhose. Die Lebenserwartung ist geringer. Allerdings wurde die Ursache warum Männer nun generell nicht das gleiche statische Lebensalter erreichen wie Frauen noch nicht endgültig gefunden. Lebensumstände, Verhaltensweisen können natürlich eine Rolle spielen. Schließlich bestimmen sie das Wohlergehen. Bei 30 Prozent der deutschen Männer zwischen 30 und 65 Jahren liegt der tägliche Durchschnittsalkoholkonsum über dem tolerablen Grenzwert (Frauen 15 Prozent). 37 Prozent der Männer über 18 Jahre rauchen regelmässig oder gelegentlich. 57 Prozent der Verletzten und Getöteten im Strassenverkehr sind Männer. Mehr als 70 Prozent aller Männer zwischen 30 und 65 Jahren sind übergewichtig. Ihren Gesundheitszustand beschreiben Männer häufiger als Frauen als gut oder sehr gut.

Die meisten Männer setzen sich mit dem Befinden ihres Körpers überhaupt nicht auseinander. Die Gesundheit wird erst dann bemerkt, wenn sie schwindet. Männer leben ihr Rollenbild der Gesellschaft. Nach außen hin immer stark sein. Jedoch sollten auch Männer die Signale ihres Körpers wahrnehmen um dann rechtzeitig reagieren zu können. Bezüglich der Möglichkeiten an Vorsorgeuntersuchungen teilzunehmen sind Männer lustlos und träge. Allerdings sind viele Angebote nicht auf Männer zugeschnitten. Hier fehlt es auch an Aufklärungsbedarf. Darüberhinaus werden Falschinformationen geboten. Z.B. die Bestimmung des PSA-Wertes, der nach wir vor der wichtigste Laborfrüherkennungsparameter für das rechtzeitige Entdecken eines Prostatakrebses ist. Immer wieder liest und sieht man in falsch und schlecht recherchierten Zeitschriften und Fernsehgesundheitsmagazinen, das die regelmässige Testung im Blut keinen Einfluss auf die Lebenserwartung hat. Der transrektale Ultraschall soll zu Fehlinterpretationen führen. Was für ein Unsinn. Ärzte sollen nicht die Statistik, sondern das einzelne Schicksal eines Menschen schützen. Jede Vorsorge und sei sie statistisch nicht auffällig für das Gesamtüberleben einer Population, ist immer sinnvoll.

Das politische Interesse die Männer zur einer vermehrten Gesundheitsvorsorge und Früherkennung zu bewegen ist auf Seiten der Politik und Krankenkassen gering und wenn dann halbherzig. Auch die Mediziner müssen sich die Frage gefallen lassen, ob ihre Beratung und Qualifikation ausreichend ist. Hier müssen Fachärzte oft erschreckende Lücken bei ihren Kollegen feststellen. Fachärzte verfügen natürlich über eine mindestens höhere Kompetenz bzgl. ihrer technischen Ausstattung. Es würde nicht schaden, wenn mehr Hausärzte ihre Patienten darauf hinweisen und sie zu Fachärzten, abhängig von der fachärztlichen Kompetenz, überweisen. Schließlich erkranken in der BRD jährlich, 40.0000 Männer an einer Prostatakarzinom. Wenn der Mann dann operiert werden kann, weil die Erkrankung noch nicht weit fortgeschrittenen ist, bedeutet das nach der Operation doch eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität. Die überwiegende Anzahl der Männer ist stressinkontinent und impotent. Stressinkontinenz bedeutet hier,das ein wichtiger Teil des Verschlussapperates, die Prostata mit einem Teil der Harnröhre und der Harnblasenhals fehlen. Bei Druck auf die Harnblase, z.B. beim Niessen, Husten, Joggen etc. wird immer eine, wenn auch kleine Menge Urin verloren. D.h. der Mann muss ständig eine kleine Vorlage tragen. Durch die operative Schädigung der für die Potenz verantwortlichen Nervenfasern, die um die Prostata herum zum Penis ziehen, wird der Patient impotent. Auch mit Medikamenten wie Viagra©, Cialis© und Levitra© wird eine Erektion in der überwiegenden Anzahl aller Fälle nicht mehr erreicht. Sollte der Tumor noch sehr klein, also sehr früh entdeckt werden, kann alternativ eine Seedsimplantation der Prostata durchgeführt werden. Es werden radioaktiv geladenen Metallteile in die Prostata implantiert, die den Tumor von innen verstrahlen. Vorteile: Keine große Operation mit all ihren Risiken, keine Stressinkontinenz post-op und kein Verlust der Erektionsfähigkeit. Die 15 Jahreszahlen sind hinsichtlich des Überlebens und der Erhaltung der Lebensqualität sehr überzeugend. Bei der Beratung von Männern zur Früherkennung und der Beratung bereits erkrankter Männer sollte sich ein Arzt phantasievoll stets fragen, was für eine Therapie er an sich selbst durchführen lassen würde, wäre er selbst erkrankt.

Jeder Tumor sollte stets so früh wie möglich erkannt und behandelt werden. Vor diesem Hintergrund sind Ratschläge wie in einer bekannten populären Zeitschrift nicht nur hinderlich, sondern unglaublich dumm. Hier und in anderen Alternativgazetten wird immer wieder behauptet, das jeder dritte Mann über 50 Jahre bereits Krebsnester in der Prostatadrüse hat und bei über 80-jährigen bei jedem Zweiten bösartige Zellen vorhanden sein sollen. Die Diagnose sei ohne gesundheitliche Bedeutung. Woher nimmt diese Zeitschrift diese Zahlen? Reine Vermutung. Hypothese, durch nichts bewiesen. Der Krebs soll dann auch noch langsam wachsen. Alles von der modernen Grundlagenforschung überholt, veraltet. Was würde denn diese Zeitschrift einem Mann an Schadensersatz zahlen, der vor dem Hintergrund dieser verharmlosenden Behauptungen nicht zur Vorsorge des Prostatakarzinoms zu einem Facharzt für Urologie geht? Nichts. Seltsamerweise regen sich diese Pseudojournalisten nur über die Früherkennung des Prostatacarcinoms auf. Diese Stellungnahmen wurden noch nie zur Stuhlprobe zur Früherkennung des Dickdarmkarzinoms abgegeben, wo doch hier die Möglichkeit der Früherkennung erheblich geringer ist.Verwiesen wird oft in diesen Stellungnahmen auf die Möglichkeit auch an der Prostata einen Tumor frühzeitig zu ertasten. Wie hoch ist denn die Wahrscheinlichkeit einen Tumor mit seinen Fingern wirklich so früh zu ertasten, das noch keine Micrometastasierung stattgefunden hat? Drei Prozent. Auch Mediziner vergessen oft, dass ein Tumor eben dann ertastbar ist, wenn er leider schon eine bestimmte Größe erreicht hat. Ansonsten wäre er ja nicht zu tasten. Leider ist die Frühmetastasierung von Micrometastasen, eine Metastasierungsform die mit keiner radiologischen Untersuchungsmethode sichtbar gemacht werden kann, dann schon eingetreten und wird das Langzeitüberleben beeinflussen. Das kann als Auftreten von Spätmetastasen aus dem Nichts bei vielen Krebserkrankungen, wie bei Brustkrebs, Prostatakrebs, Nieren-, Harnblasen-, Schilddrüsenkrebs etc beobachtet werden. Diese sekundäre Spätmetastasierung verhält sich tumorbiologisch viel aggressiver als der Primärtumor. Diese Prognose korreliert in vielen Fällen mit der Größe des Tumors zum Zeitpunkt seiner Entdeckung. Also muss die Früherkennung zum Schutz des einzelnen Menschen ausgebaut werden. Die statistische Betrachtung in diesen Magazinen wie dem Stern sind menschenverachtend. Ärzte haben einen Eid geleistet. Nicht auf Statistiken.

Neue onkologische Untersuchungen zeigen, das wahrscheinlich das Knochenmark eine oder die entscheidende Rolle spielt bei der Entstehung und Steuerung einer Metastastierung. Bei der Erkankung des Brustkrebses kann hier u.U. das Medikament Zometa©, 3-4mal im Jahr als Kurzinfusion verabreicht, eine präventive Rolle spielen, hinsichtlich der Verhinderung einer Spätmetastasierung. Das gilt u.U. auch für viele weitere Tumorerkrankungen, wie Prostata-, Schilddrüsen-, Nierenkrebs etc.